Akuter IT-Vorfall? Erst sichern, dann entscheiden.+41 41 562 70 30
Aktuelle Bedrohung / Zahlungsbetrug

CEO-Betrug: Wenn «dringend» zur Falle wird.

Gefälschte E-Mails reichen heute oft nicht mehr aus: Betrüger kombinieren recherchierte Informationen, Zeitdruck, WhatsApp und KI-imitierte Stimmen. Zahlungsfreigaben müssen deshalb prozesssicher sein.

KurzantwortBehandeln Sie jede neue, dringende oder geheime Zahlungsaufforderung als Kontrollfall. Verifizieren Sie den Auftrag über eine bekannte Nummer oder einen anderen vereinbarten Kanal – nie über die Kontaktdaten in der Nachricht.

Warum diese Masche KMU trifft

Beim CEO-Betrug wird Vertrauen gezielt ausgenutzt. Angreifer recherchieren Rollen, Abwesenheiten und Zuständigkeiten auf Unternehmensseiten, in sozialen Netzwerken oder im Handelsregister. Anschliessend kontaktieren sie Mitarbeitende mit Zahlungsbefugnis in einem glaubwürdigen Tonfall.

Das BACS meldete für 2025 einen Anstieg von 719 auf 971 Fälle. Es weist zudem auf neue Varianten über WhatsApp, Telefon und KI-gestützte Stimmimitationen hin. Eine vertraut klingende Stimme ist daher keine ausreichende Freigabe.

Typische Warnsignale

  • Ungewöhnlicher Zeitdruck oder Forderung nach absoluter Geheimhaltung.
  • Neue Lieferanten-IBAN, Auslandzahlung oder Geschenkkarten ausserhalb des gewohnten Ablaufs.
  • Bitte, Vorgaben «nur dieses eine Mal» zu umgehen.
  • Eine Absenderdomain mit minimalem Buchstabendreher oder eine Nachricht von einer externen Adresse mit internem Namen.
  • Ein Anruf oder eine Sprachnachricht, die nicht über den vereinbarten Kanal angekündigt wurde.

Vier Kontrollen, die funktionieren

  1. Vier-Augen-Prinzip: Eine zweite berechtigte Person gibt Zahlungen und Stammdatenänderungen frei.
  2. Zweiter Kanal: Rückruf ausschliesslich über eine intern bekannte Nummer, nicht über die Nachricht.
  3. Keine Ausnahmen: Auch Geschäftsleitung und externe Berater lösen keinen Sicherheitsprozess aus.
  4. Externe Markierung: Externe E-Mails werden sichtbar gekennzeichnet, damit ein gefälschter interner Auftrag auffällt.

Wenn bereits gezahlt wurde

Kontaktieren Sie unverzüglich Bank, Zahlungsdienstleister und die verantwortliche Geschäftsleitung. Dokumentieren Sie Nachricht, Zeitpunkte, Kontodaten und die getroffenen Schritte. Löschen Sie keine Nachrichten, bevor sie gesichert und die nächsten Schritte abgestimmt sind.

Quelle: BACS, Woche 4/2026: «Dringende Überweisung» – CEO-Betrug bleibt ein Dauerbrenner für KMU.

Prozess statt BauchgefühlEin gemeinsamer Freigabeprozess schützt Mitarbeitende davor, unter Druck «falsch» entscheiden zu müssen. Wir helfen bei der strukturierten Ersteinschätzung.