Akuter IT-Vorfall? Erst sichern, dann entscheiden.+41 41 562 70 30
Aktuelle Bedrohung / Microsoft 365

Gefälschte Voicemail: Ein Link kann zum ganzen Postfach führen.

Betrüger imitieren Benachrichtigungen von Microsoft 365 oder OneDrive und nutzen angebliche Sprachnachrichten für Phishing oder Schadsoftware. Nicht die Gestaltung der E-Mail, sondern der Prüfweg entscheidet.

KurzantwortÖffnen Sie keine unerwarteten ZIP-Anhänge und geben Sie keine Zugangsdaten auf Seiten ein, die über einen E-Mail-Link geöffnet wurden. Prüfen Sie die vermeintliche Nachricht direkt in Teams oder der offiziellen Microsoft-Anwendung.

Das aktuelle Angriffsmuster

Das BACS berichtete im Juni 2026 über vermehrte gefälschte E-Mails, die sich optisch an Microsoft 365 oder OneDrive for Business anlehnen. Die Nachricht behauptet, eine neue Voicemail liege bereit. Details wie Telefonnummer, Datum und Dauer sollen Seriosität erzeugen.

Eine Variante enthält ein ZIP-Archiv, das nach dem Entpacken Schadsoftware installieren kann. Eine zweite Variante führt über einen Link oder eine HTML-Datei zu einer täuschend echten Login-Seite mit falschem Audio-Player.

Warum ein Konto nur der Anfang sein kann

Gestohlene Microsoft-365-Zugangsdaten können Zugriff auf E-Mail, OneDrive, SharePoint und Teams ermöglichen. Dadurch können Angreifer bestehende Gespräche lesen und von einer vertrauten Adresse aus neue Nachrichten an Kontakte senden. Das erhöht das Risiko für Folgeangriffe, Rechnungsbetrug und CEO-Betrug erheblich.

Vier sichere Prüfregeln

  1. Keine unerwarteten Archive: ZIP-Dateien mit angeblichen Audionachrichten nicht entpacken oder ausführen.
  2. Kein Login per E-Mail-Link: Microsoft-Zugangsdaten nie auf einer Seite eingeben, die über eine unerwartete Nachricht geöffnet wurde.
  3. Direkt prüfen: Teams, Microsoft 365 oder die Telefonanlage selbst öffnen und dort nach der Nachricht suchen.
  4. Melden und dokumentieren: Auffällige Nachricht nicht weiterleiten oder anklicken, sondern an die verantwortliche IT melden und Details sichern.

Falls bereits geklickt wurde

Unterbrechen Sie den Vorgang, notieren Sie Zeitpunkt und betroffene Adresse und informieren Sie die IT. Wenn Zugangsdaten eingegeben wurden, sollte die Kontosicherung koordiniert erfolgen. Bei ausgeführtem Anhang ist das betroffene Gerät ein möglicher Untersuchungsfall und sollte nicht vorschnell bereinigt werden.

Quelle: BACS, Woche 25/2026: Gefälschte Sprachnachrichten verbreiten Schadsoftware und zielen auf Zugangsdaten.

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