Leitfaden / Microsoft 365

Verdächtige Anmeldungen richtig einordnen.

Eine auffällige Anmeldung ist ein Anlass zur Klärung, aber noch kein abschliessender Beweis. Diese Anleitung zeigt, welche Informationen im Schweizer KMU zuerst Orientierung geben.

KurzantwortStarten Sie mit einer nachvollziehbaren Zeitlinie: Welches Konto war betroffen, wann wurde der Hinweis erkannt, welche Quelle hat alarmiert und welche Schritte wurden bereits durchgeführt? Prüfen Sie danach Zugang, Geräte- und Aktivitätskontext gemeinsam.

1. Den Hinweis in Kontext setzen

Erfassen Sie Konto, Zeitpunkt, Quelle und Art des Hinweises. Handelt es sich um eine Meldung aus Microsoft Entra, um eine Beobachtung der Nutzerin oder des Nutzers oder um eine Rückmeldung eines Partners? Gab es Reisen, VPN-Nutzung, neue Geräte oder einen Passwortwechsel?

Ein ungewohnter Standort allein beweist nichts. Mobilfunknetze, VPN-Endpunkte und Cloud-Services können die Zuordnung verfälschen. Erst mehrere Hinweise ergeben ein belastbareres Bild.

2. Zugang und Absicherung prüfen

Ist ein unberechtigter Zugriff plausibel, stimmen Sie die Absicherung des Kontos koordiniert ab: Sitzungen beenden, Mehrfaktorauthentisierung prüfen, Wiederherstellungsinformationen kontrollieren und gegebenenfalls das Passwort zurücksetzen. Denken Sie an Servicekonten, Freigaben und geschäftskritische Anwendungen.

3. Relevante Spuren festhalten

Je nach Lizenzierung und Konfiguration können Anmeldeprotokolle, Überwachungsdaten, Postfachaktivitäten, Weiterleitungsregeln, App-Zustimmungen oder Berechtigungsänderungen verfügbar sein. Notieren Sie, was zum Zeitpunkt der Prüfung sichtbar war. Log-Aufbewahrung und Detailtiefe sind je nach Umgebung unterschiedlich.

4. Besonders auf E-Mail-Folgen achten

Bei kompromittierten Konten werden oft Postfachregeln, Weiterleitungen oder Antworten auf laufende Korrespondenzen missbraucht. Prüfen Sie daher neben der Anmeldung auch ungewöhnliche Regeln, delegierte Zugriffe und auffällige Versandaktivitäten. Geben Sie gegenüber Kundinnen und Kunden nur abgestimmte Informationen weiter.

5. Entscheidungen dokumentieren

Halten Sie fest, wer welche Massnahme wann beschlossen hat. Eine saubere Dokumentation unterstützt Wiederanlauf, Kommunikation und die spätere Überprüfung, ob weitere Konten oder Systeme betroffen sein könnten.

Keine sensiblen Daten im FormularVollständige Logs, Passwörter, Tokens und personenbezogene Exporte gehören nicht in ein Kontaktformular. Für einen konkreten Fall legen wir einen geeigneten Übermittlungsweg gemeinsam fest.